Biokunststoffe – Definition und Einschätzung

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Entgegen der Wortbedeutung sind Bio-Kunststoffe in Wahrheit nicht zwingend “biologisch”.

Es handelt sich hier eher um eine Wortbildung, die einen Zweck erfüllen soll. Nämlich eine Gattung von Kunststoffen zu beschreiben, welche weniger schädlich oder sogar unschädlich für die Umwelt sind.

Das umgangssprachliche Verständnis von Biokunststoffen ist, dass sie weder Mikroplastik noch Plastikabfall erzeugen und beim eventuell nötigen Verbrennen, der sogenannten „Thermischen Verwertung“ keine Giftstoffe in die Luft ausstoßen.

Das Umweltbundesamt hat in seinem “Gutachten zur Behandlung biologisch abbaubarer Kunststoffe” folgendes ausgeführt (Seite 27):

“Der Begriff „Biokunststoff“ bezeichnet unterschiedliche Materialien und kann wie folgt ausgelegt werden:

1.

Empfehlung der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR): „Biokunststoffe bestehen zu einem wesentlichen Anteil oder ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen. Biokunststoffe sind also biobasierte/biogene Kunststoffe.“ (FNR 2013)

2.

Empfehlung von European Bioplastics (EUBP) und des Instituts für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB):

Demnach liegt ein „Biokunststoff“vor,

a) sobald ein Kunststoff zum Teil oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen besteht (biogener/biobasierter Kunststoff), aber auch,

oder

b) wenn eine biologische Abbaubarkeit (biologisch abbaubarer Kunststoff) gegeben ist (IfBB 2017) (EUBP o.J.).

(…) Demnach kann ein Biokunststoff

  • biobasiert und gleichzeitig biologisch abbaubar
  • biobasiert und nicht biologisch abbaubar oder aber
  • erdölbasiert und biologisch abbaubar sein.”

Dieses Gutachten wurde u.a. von Autor:innen des Fraunhofer Institutes für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen erstellt.

Getreu der nice Leitlinie, wonach wir keine technischen Besserwisser sondern systemisch denkende Kommunikations- und Strategieexpert:innen sind, stellen wir für den Moment fest, dass es an einer Definition von Biokunststoff fehlt, auf die in der Circular Economy verlässlich und sinnvoll Bezug genommen werden kann. Guten Gewissens können wir eine Begrifflichkeit nicht positiv bewerten und promoten, wenn diese so schwammig, vielschichtig und damit zweifelhaft ist und unter Umständen sogar die Verlängerung eines fossilen, nicht auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaftens fördert.

Folgendes halten wir daher fest:

  • Das Wort “Biokunststoff” ist bei jedem Gebrauch sorgfältig auf Sinnhaftigkeit und Zweckmäßigkeit zu prüfen, will man vermeiden, fahrlässig den Verdacht des Greenwashings auf sich zu lenken.
  • In der Nachhaltigkeitskommunikation ist also Raum für gutes Storytelling und die griffige Erklärung von echten zirkulären Produkt- und Materialeigenschaften, soweit sie vorliegen.

Sprecht uns jederzeit gern an, wenn Fragen bestehen oder konkrete Hilfestellung vonnöten ist.

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